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Tanki Yoriaku - Kleinere Ausrüstungsteile



Kate BukuroKate-bukuro (Vorratsbeutel)


Es gibt verschiedene Varianten wie koshi-oke, koshi-dzuto, men-oke oder kouri. Für einfache Offiziere ist der koshi-dzuto empfohlen; er wird aus kan-yori (gedrehte Papierstreifen) wie ein Korb geflochten und misst etwa einen halben Meter in der Länge. Getragen wird er an der rechten Seite der Hüfte.


Daneben ist es ratsam, einen weiteren Beutel mit sich zu führen, genannt uchi-gaye, in dem man drei or vier gou (etwa ein Pfund) rohen Reis hat. Bei kaltem Wetter nimmt man gebackenen Reis, denn dieser gibt Wärme.

GunsenGunsen (Faltbarer Fächer)


Ein leichtes Exemplar wird empfohlen. Du kanst ihn an der Hüfte tragen, an einen Ring am chigakushi (oberer Brustteil des Kürass) oder ihn an den Kordeln des hikiawase aufhängen. Während des Gefechtes sollte man den Fächer aber nicht im Brustbereich hängen haben, denn so kann er beim Bogenschiessen behindern.


Ergänzung von Garbutt:

Solche "Kriegsfächer" haben normalerweise äussere Stangen aus Eisen, innere aus gelbem Metall.

Uchi-bukuro (Geldbörse)


Einige Leute sagen, dass diese an der Hüfte oder vom Hals hängend getragen werden soll - aber ich halte das für sehr unglücklich.


Der beste Weg, Geld mit sich zu führen, ist wie folgt: Klebe einige ichi-bu-kin (Japanische Geldstücke) auf ein gefaltetes Stück Paper und stecke dieses zwischen die Kragen der Unterbekleidung.

Yo-bukuroYo-bukuro (Taschentuchtasche)


Diese soll auf der Innenseite der sode oder auch der kusazuri getragen werden. Ausser einem Taschentuch kannst Du auch alle anderen kleinen Gegenstände darin aufbewahren.

Die uchi-bukuro und yo-bukuro können zusammengebunden und an einer Kordel um den Hals gehängt werden. In diesem Fall sollte man sie unter dem dou anlegen.

Inro und Kinchaku (Medizintasche and Wertsachentasche)


Du kannst diese auf dem obi tragen oder auch am kurikata der Schwertscheide befestigen - es macht aber nicht viel Sinn, sie überhaupt mit sich zu führen.

Anmerkung:

Warum der Samurai keine Medizin mit sich führen soll ist nicht erklärt - dies kann Vertrauen in die Armeeärzte ausdrücken oder auch die Ideologie "Tod oder Sieg" widerspiegeln.

Tenugui (Handtuch)


Dies ist aus weissem Baumwolltuch und etwa einen Meter lang. Es wird an einem zu diesem Zweck am dou angebrachten Ring mitgeführt.

UdenukiUdenuki (Schwertknoten)


Eine runde Kordel im chinesischen Stil (kara-uchi-no-himo), etwa 35 Zentimeter lang. Sie wird durch zwei Löcher im tsuba gefädelt und um das Handgelenk gewunden. So verhindert man das Verlieren des Schwertes, wenn es einmal aus der Hand rutschen sollte. Manchmal wird die Kordel statt am tsuba auch am tsuka-gashira (Ende des Schwertgriffes) angebracht.

Koshinawa (Seil)


Ungefähr 150 Zentimeter lang und am besten von der Art kara-uchi-no-himo (chinesischer Stil). Befestige einen Ring oder eine Schlaufe an eines der Enden und trage das Seil entweder an der Schwertscheide oder an der rechten Hüfte unter dem uwa-obi befestigt.

Dieses Seil ist auf viele Art hilfreich - etwa als kuragatame (Sattelgurt), shiba tsunagi (Pferdefessel) oder torinawa (Fessel für Gefangene). Im Notfall kann man es auch als Helmkordel verwenden.

KaginawaKaginawa (Seil mit Haken)


Ein dünnes Hanfseil ist am besten geeignet, etwa einen jou (drei Meter) in der Länge. An einem Ende wird ein dreifacher Haken befestigt.

Dieses Seil wird verwendet, um hohe Mauern zu überklettern, ein Boot zu verankern, die Rüstung im Lager aufzuhängen oder wo immer es für geeignet ist. Man trägt es am kura-no-shiode (ein Ring am Sattel).

Naga-tenugui (Langes Handtuch)


Hergestellt aus weissem Baumwolltuch und etwa 150 Zentimeter lang wird dieses an der Schwertscheide getragen.

Man verwendet es zum Verbinden von Wunden, zum Tragen von Verpflegung, zum Schutz von Bogen oder Muskete vor Regen, als Kopftuch, als tasuki (Tuch, mit dem die Ärmel hochgebunden wurden) oder im Notfall auch als Ersatz für ein sashimono.

Anmerkung:

Die Idee, einen mit einem Handtuch statt eines sashimono herumlaufenden Samurai hat einen gewissen humoristischen Reiz - es ist anzunehmen, dass das Handtuch in diesem Fall mit einem mon oder kanji zumindest notdürftig bemalt wurde.

KubibukuroKubibukuro (Kopftasche)


Eine Tasche aus Netzgeflecht, in der man den abgeschlagenen Kopf eines Gegners tragen kann. Hänge diese beim Gehen an deine Hüfte, beim Reiten an deinen Sattel.

Munition


Wenn Du mit einer teppo (Muskete) ins Feld ziehst, dann befestige die kuchigusuri-ire (Pulverflasche) und den seseri (Reinigungsstab aus Bambus oder Holz) an einem Haken an der rechten Seite des aibiki (Hosenträger des dou). Die hayago (Pulverladungen) und tama-gusari (Kugeln und Pulver) werden an der Hüfte getragen.

Wenn Du mit einem yumi (Bogen) ins Feld ziehst, dann befestige Deine tsuru-bukuro (Tasche für Bogensaiten) am Brustpanzer und trage eine Ersatzsaite und eine kusune (eine besondere, weichere Saite) darin mit Dir.

Der shiko (Köcher) wird an der rechten Hüfte getragen, der ebira (ein anderer Köcher) über die linke Schulter.

JinbaoriJinbaori (Prunkgewand)


Die Herkunft des jinbaori ist ungewiss. Es wird nicht im Kampf getragen, es ist ein rein zeremonielles Gewand für den Gebrauch im Lager. Sein Vorteil ist es, dass es dem Träger ein wichtig wirkendes Äusseres verleiht.

Es wird zu Beginn einer Kampagne getragen, während der Ruhezeit, bei Musterungen, beim Triumphzug oder bei Audienzen mit höhergestellten Persönlichkeiten, beim Treffen der Offiziere, bei einem Einsatz als Botschafter und zu ähnlich wichtigen Gelegenheiten. Jeder eine wichtige Position bekleidende Mann muss stets ein jinbaori tragen.

Ergänzung von Garbutt:

Obwohl es im Sinne von Bewegungsfreiheit durchaus logisch erscheint, das jinbaori nicht in der Schlacht zu tragen, gibt es viele Zeichnungen eben dieser Verwendung.

Anmerkung:

In gewisser Weise ist ein jinbaori die "Ausgehuniform" des Samurai.

Sode-jirushiSode-jirushi und Kasa-jirushi (Abzeichen)


Das sode-jirushi ist ein auf den Schulterpanzern getragenes Abzeichen, das kasa-jirushi wird am Helm befestigt. Beide können anstatt des gelegentlich hinderlichen sashimono bei Nachtangriffen, Hinterhalten, Gefechten zur See und an stürmischen Tagen verwendet werden.

Bei einfachen Soldaten dienen sie auch als Regimentsabzeichen.

Die Länge des sode-jirushi ist ungefähr zwanzig Zentimeter, die des kasa-jirushi dreissig bis vierzig Zentimeter. Das sode-jirushi wird an der rechten Schulter getragen, das kasa-jirushi an einem Ring an der Rückseite des Helmes (kasa-jirushi-no-wa) befestigt.

Das Tragen von Abzeichen ist notwendig, um auch auf Distanz erkannt zu werden.

Koshi-sashiKoshi-sashi


Dies ist das Abzeichen des Kavalleristen. Es wird aus Leder oder dickem Papier hergestellt und etwa neun Zentimeter im Quadrat. Es hängt von einer kurzen Kordel am Ende eines kurzen Stabes, dieser wird an der Rückseite in den obi gesteckt.

Mayedate, Wakidate, Zudate und Ushirodate

Maedate, Mayedate

Dies sind Helmabzeichen, wie die kasa-jirushi, und demselben Zweck dienend. Die genaue Bezeichnung hängt von der Grösse und der Position am Helm ab.

Das kleinste Abzeichen ist das mayedate und wird an der Vorderseite getragen.

Das grosse ushirodate wird an der Rückseite des Helmes befestigt.

Wakidate werden beidseitig über den "Ohren" des Helmes angebracht.

Kashiradate schliesslich sitzen auf der Spitze des Helmes.

Uki BukuroUki-bukuro (Schwimmhilfe)


Dieser Schwimmgürtel, an aneinandergereite Pfirsiche erinnernd, ist ungefähr 68 Zentimeter lang und an der breitesten Stelle von gut 20 Zentimeter Umfang. Er hat Schnüre an beiden Seiten.


Der gute Schwimmer trägt ihn um die Hüfte, der schlechte Schwimmer um die Brust. Beim Ritt sollte die Schwimmhilfe am Sattelzeug befestigt werden.

AgemakiAgemaki (Verzierungsquasten)


Diese Teile werden als reine Dekoration an der Rüstung getragen und haben keine praktische Funktion.

Sie sind meist in der Form des Schriftzeichens ju (ein Kreuz), aber es gibt auch hito (umgedrehtes V) und iri (umgedrehtes Y) als Form. Von der Farbe sind sie meist Rot, Purpur wird von den höhergestellten Klassen verwendet. In der Länge messen sie verknotet etwa von den daiza (Ringe an der Schulterrückseite) bis zur hotte (Taille).

Ergänzung von Garbutt:

Ähnliche, aber kleinere, Quasten wurden auch an der Rückseite des Helmes getragen.

DansenDansen (Uchiwa-Fächer)


Dieses wichtige Teil wird von Offizieren im Range des Oberkommandierenden getrage, als Schutz gegen Pfeile, Steinwürfe oder auch die pralle Sonne.

Ergänzung von Garbutt:

Dansen wurde aus Eisen gefertig, entweder komplett oder mit einem Holzkern.

Saihai, ZaiSaihai oder Zai (Befehlsstab)


Dies ist ein wichtiges Instrument, um die Truppen zu leiten - jeder monogashira und alle Offiziere höheren Ranges besitzen einen.

Zum Tragen wird die Kordel (udenuki-no-o) am Ring des rechten chigakushi (Teil des Brustpanzers) befestigt.

Dann hältst Du ihn mit der linken Hand in der Kordel oder steckst ihn bei Nichtgebrauch im hinteren Hüftbereich weg.

Yoroi HitatareYoroi Hitatare (Rüstungsroben)


Hier gibt es viele Stile und keine Vorschriften - die Roben sind wahrscheinlich von happi, hitatare, kariginu und anderen Arten von Mänteln abgeleitet. Einige haben einen shimo (Rockschoss).

Wenn die Ärmel sehr weit sind, kann man eine dünne Schnur durch sie fädeln und dann an der Schulter festbinden. Wenn die Ärmel sode-kukuri (Ärmelhalter) haben, dann binde mit diesen die Ärmel hoch.

Eine alte Chronik sagt, dass auch ouguchi und oukatabira (weitere Mantelarten) als yoroi-hitatare getragen wurden, dieses hat sich aber überlebt.




© Bernd Biege 2007