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Tanki Yoriaku - Weitere Ausrüstungsgegenstände



HadagiHadagi (Hemd)


Dies ist gleich einem einfachen juban (Hemdart), ungefähr 70 cm lang und normalerweise aus Leinen, Baumwollstoff oder Seide gefertigt. Da man es ohnehin nur in kalten Verhältnissen tragen soll, kann man ein gefüttertes hadagi einem einfachen vorziehen.

Die Ärmel sind schmal, manchmal lässt man sie auch ganz fort.

Shitagi KimonoShitagi (Unterwäsche)


Es gibt viele Arten von shitagi und jede hat ihren eigenen Stil. Für einfache Offiziere ist der übliche kimono empfehlenswert, in einer der Jahreszeit entsprechenden Ausführung.

Für den Gebrauch im Winter ist ein gefütterter Leinenkimono am besten, Seide trocknet zu langsam nach einem Regen. Panya und tusbana (leichte, Baumwoll-haltige Gewebe) werden oft verwendet.

Nutzt man einen einfachen kimono als shitagi, dann ist er zu lang - also legt man ihn mit über den Kopf gezogenen Kragen an. Wenn Du dann den obi knotest und den Kragen wieder um den Hals fallen lässt, wird der kimono gerade die Knie bedecken. Die Ärmel kann man zurückknöpfen oder einfach unter die wakatami stecken, so können sie auch als Schulterpolster dienen. Oder man kann sie mit tasuki (Ärmelkordeln) hochbindn.

Ein einfacher haori (Mantel) kann statt eines shitagi genutzt werden. In diesem Fall befestige die Ärmel an der Schulter, nachdem Du den obi wie üblich gebunden hast.

Einen obi über dem shitagi zu binden hat, unabhängig vom Stil, immer Vorteile. Der obi stützt das untere Ende des dou und wird so die Schulterlast verringern. Weiter kann man Schwert, Messer, inro und kinchaku in diesem obi anstatt im uwa-obi tragen.

Hakama (Hosen)


Einfache hakama können statt kobakama getragen werden; dies sieht besser aus, wenn man den dou ablegt. In diesem Fall wird der koshi-ita nach unten gefaltet.

Einige Leute sagen, dass die selten kämpfenden kiujuu oder koshou (Adjutanten) viele Kordeln am unteren Ende des hakama haben sollen. So können sie diese im Lager normal tragen, sie aber schnell für den Kampf hochbinden.

Aber natürlich tragen reguläre Offiziere und Soldaten, die sich immer für dem Kampf bereithalten, solche Hosen gar nicht.

Kobakama werden über dem shitagi getragen, matabiki (andere Hosenart) unter dem shitagi; erstere werden für die Kavallerie empfohlen, letztere für die Infanterie. Eine Hose kann auch so geschnitten sein, dass man sie auf beide Arten tragen kann.

Das beste Material ist Seide, gefüttert mit Baumwollstoff. Hosen sollten recht grosszügig geschnitten sein. Normale kobakama sind nicht für Fusssoldaten geeignet.

Kegutsu (Fellschuhe)


Kegutsu und momi-tabi werden getragen, wenn man mit Adligen spricht. Normale Socken mit Sandalen oder gar nackte Füsse sind überaus vulgär.

HaidateHaidate (Hüftpanzer)


Wenn Du haidate ganz unter dem dou trägst, kannst Du sie in einem Fluss oder Sumpf nicht schnell ablegen. Trägst Du sie über dem dou, wirst Du bei schnellen Bewegungen behindert.

Ein sehr guter Weg aus diesem Dilemma ist es, sie wie üblich unter dem dou zu tragen, aber die Kordeln aussen zu binden. So kannst Du Dich frei bewegen, die haidate aber auch schnell ablegen.

Anmerkung:

Diese Information wurde bereits im ersten Teil des Tanki Yoriaku gegeben, hier beginnen mehrere Wiederholungen im Werk.

KoteKote (gepanzerte Ärmel)


Zieh die Schnüre der kote nicht zu fest, sonst wird die Bewegungsfreiheit Deiner Arme eingeschränkt. Lass sie ziemlich locker und binde sie nur am Handgelenk sehr stramm.

Kote mit Haken sind sehr unbequem.

Der rechte kote soll immer erst angezogen werden, nachdem alle anderen Teile der Rüstung angelegt sind.

Kigote ist der Sammelbegriff für kote mit erisuwari (gepolsterter Kragen), kata-ate (Schulterpolster), and waki-biki (Achselschutz). Hier gibt es verschiedene Arten. Etwa jubangote (kote mit Hemd), tominaga kote (nach ihrem Erfinder benannt), kote haramaki (kote, die sogar den Bauch bedecken) oder kogusoku-kote (Rüstungs-artige kote). Diese unterscheiden sich nicht gross voneinander und man muss sie direkt vergleichen, um die Unterschiede zu verstehen.

Die yumigote oder igote sind für Bogenschützen. Zum Schiessen legt man den rechten kote ab und ersetzt ihn durch den yumigote; lege letzteren nie über dem kote an. Aber es ist auch möglich, mit einem normalen kote zu schiessen.

Manju-no-waManju-no-wa


Dieses Teil besteht aus Schulterpolstern, Kragen und Achselschutz (wakibiki) in einem Stück. Es muss vor dem dou angelegt werden.

Beim Anziehen halte es zu beiden Seiten Deines Kopfes, lege es um die Schultern und knote die Kordeln am Hals. Dann knöpfe den Brustteil zu, ziehe beide wakibiki nach vorne und knöpfe sie auf der Brust.

DouDou (Kürass)


Es gibt hier okegawa, dou maru, hotokedo, tsudzumido, tatewari, tatenashi und weitere, alle werden auf ähnliche Art getragen. Es gibt viele Arten von dou.

Der renjaku-do wird von renjaku (Hosenträgern) im Innern gehalten. Der tatami-do (faltbare Rüstung) ist an der rechten Seite zu öffen. Alle von vorne zu öffnenden dou müssen mit der hikiwase (Kante der Öffnung) über der linken Seite getragen werden. Sewari-gusoku (am Rücken zu öffnen) müssen mit der linken Kante über der rechten Seite getragen werden. Diese Art Kürass tragen aber nur einfache Soldaten.


Der wakidate wird vor dem dou angelegt. Dies schützt den Träger an der Stelle, wo der dou geöffnet wird. Manchmal wird hier die Schreibweise  waki-i-date verwendet. Seita no yoroi werden ebenfalls hinter der Öffnung des dou angelegt, auch haramaki genannt.

Hato no ita und sendan ita sind Panzerplatten auf der jeweils linken und rechten Seite der oberen Brust. Solche werden nicht auf gewöhnliche Rüstungen gesetzt.

Wenn Du nach dem Ablegen der Rüstung Schmerzen verspürst, solltest Du kleine Seidenkissen zwischen die Rüstung und die schmerzenden Körperteile legen.

Beim Festbinden des Gürtels sollte man idealerweise aufrecht stehen und den dou durch Auf- und Abspringen zurechtschütteln. Wenn Du dazu eine Ruheposition bevorzugst, knie nieder und schüttele den dou dann so.

Yoroi-toshiYoroi Toshi (Rüstungsmesser)


Ein Messer, dass durch Rüstungen schneidet. Es wurde früher oft verwendet und es ist weise, es auch heute noch mit sich zu führen.

In alten Zeiten trugen es die Leute mit einer Kordel am tsurumaki-no-kojiri befestigt. Heute tragen wir es an der rechten Seite, mit dem Griff nach vorne und der Schneide nach oben. Das nennen wir metezashi (Tragen zur rechten Seite).

NodachiNodachi (Kriegsschwert)


Ein sehr langes und schweres Schwert, das seit ältesten Zeiten von sehr starken Männern verwendet wurde. Gegenüber normalen Schwertern ist diese Waffe etwa um ein Viertel länger.

Man trägt es über die linke Schulter mit einem schmalen Gürtel, der von der linken Schulter zur rechten Hüfte läuft. So ragt der Griff über die linke Schulter. Die Schneide weist dabei nach links.

KoshiateKoshiate (Schwertgehänge)


Es gibt verschiedene Varianten, vor allem der ryo-goshiate (doppelte Gehänge). Ich zeige vier von ihnen. Alle mit Kordeln gehaltenen werden auf dieselbe Art getragen, aber zwei Versionen ohne Kordeln werden anders genutzt, dies sind ita-goshiate ("Lendenschutz aus Brettern")

Schwerter kann man auch ohne koshiate tragen, indem man sie in den obi steckt. Dafür muss der obi dreimal um den Körper gewickelt werden, damit man das Schwert zwischen der untersten und mittleren Wicklung einstecken kann. Die zweite und dritte Wicklung gehen über Kreuz.

Auch kann man das tachi mit der Klinge nach unten in den obi stecken, dann verwickeln und anschliessend das tanto etwas weiter nach vorne dazufügen. Das lange Schwert muss immer zuerst eingesteckt werden, danach dann das Messer.

Shirizaya (Hülle der Schwertscheide)


Diese wird normalerweise aus dem Fell eines Tigers, Bären oder Hirsches hergestellt. Früher wurde eine shirizaya von allen Klassen verwendet, aber heute tragen nur noch höherstehende Offiziere eine.

HappuriHappuri (Kopf- und Wangenschutz)


Hier gibt es zwei Sorten - die eine bedeckt die Wangen mehr als die andere.

Kabuto (Helm)

Kabuto

Die beliebtesten Helmarten sind kashira zukuri, sakugata, shiigata, momogata, kimen, sohatsu, toukwan und tatamijiku.

Der shikoro (Nackenschutz, an der Rückseite des Helmes angebracht) hat auch Varianten wie manju, hineno, itjikoro, wari jikoro, ite jikoro, tousei jikoro oder mukashi jikoro.

Es gibt zwei Arten von mabusashi (Blendschuz über den Augen) und auch zwei Arten fuki kayeshi ("Ohren" des Helmes), alt oder modern.

Die empfehlenswertesten Helme sind kashiradzukuri, sakugata, shiigata und momogata. Bei den shikoro sind hineno oder tousei sehr empfohlen.

Bevor man den Helm anlegt, muss das Haar ungebunden sein. Um beim Ablegen des Helmes aber nicht unordentlich zu wirken, sollte man das Haar im chasen-Stil tragen, als ob man eine yeboshi (zeremonielle Kappe) aufhat. Auch ist es weise, den Kopf vor Aufsetzen des Helmes mit einer momidzukin oder asanodzukin (eng anliegende Kappen), alternativ dem hachimaki zu bedecken - sonst bekommst Du Kopfschmerzen.

Helme im ikubi-Stil ("Nacken des Wildschweins") werden mit der Front nach oben zeigend getragen. Das hat nicht nur Vorteile im Schwert- oder Speerkampf, es sieht auch besser aus.

Bei den shinobi-no-o (Helmkordeln) gibt es drei Längen (mitsuischi, yotsuchi und itsuichi wie schon erwähnt) für Helme mit jeweils drei, vier oder fünf Schlaufen. Von der Art des Helmes hängt es ab, welche man verwendet. Das Material für diese Kordeln sollte am besten weisses Baumwolltuch sein, vielleicht auch die Seide, die man zum Binden von tsuzumi (Trommelart) verwendet, oder neriguri ito (einfache Seidenkordel). Harte, geflochtene Seidenkordel ist nicht geeignet. Kukehimo (ein zu einem Seil vernähtes Baumwolltuch) ist zu diesem Zweck sehr gut.

Wie bringt man die Kordel an? Das ist eine sehr wichtige Angelegenheit. Um den Helm wirklich gut zu sichern, müssen die Kordeln fest geknotet werden. Dies kann man auf verschiedenen Wegen erreichen. Ich werde sechs davon erklären, die weiteren kann man dann ganz einfach verstehen:

Wie abgebildet setzt man den Helm auf, führt die freien Enden der Kordeln unter die Haken der Maske, führt sie dann durch hinter den Ohren hängende Ringe, zieht sie vor das Kinn und verknotet sie unter der Unterlippe oder unter dem Kinn.

Wie abgebildet zieht man die wa-no-o (U-förmige Schlingen an der Vorderseite des Helmes) zum Kinn, hakt die Wangenbefestigungen ein. Dann werden die freien Enden an der Rückseite des Helmes unter die wa-no-o gesteckt (von vorn nach hinten) und hochgezogen, über die Kordeln im Helminnern geführt, wieder heruntergezogen und unter dem Kinn verknotet. Dies ist eine hervorragende Schnürart, wenn man keine Maske trägt.

Eine weitere Schnürart ist fast gleich, wird aber für Helme mit vier statt drei Schlaufen verwendet.

Die vierte Schnürart ist wieder ähnlich, lediglich die Anordnung der Kordel an der Helmrückseite ändert sich.

Oder setze den Helm wie üblich auf, führe beide Kordeln unter die Haken der Maske, zieh sie hinter den Ohren hoch und führe sie über die Kordeln auf der Helminnenseite. Dann ziehe sie nach unten, kreuze sie unter dem Kinn, zieh sie zum Hinterkopf und verknote sie da.

Die letzte Variante ist praktisch dieselbe wie die zweite, aber der Helm hat hier fünf Schlaufen.

Wenn die Maske nicht getragen wird, müssen die Kordeln um das Kinn geführt werden - in diesem Fall werden dickere und weichere Kordeln bevorzugt. Für den Einsatz der Maske werden  dünnere und härtere Kordeln empfohlen.

Horo (Pfeilfänger)


Es gibt sehr viele Arten von horo, je nach Geschmack des Trägers, eine genaue Beschreibung ist daher unmöglich. Die Grössen sind zwischen fünf bis sieben haba (die Standardbreite einer Stoffbahn). Jeder haba misst ungefähr einen shaku und ein horo von fünf haba hat ungefähr fünf shaku im Quadrat Fläche.

Die Zahl der Kordeln beträgt zwischen sechs und zwölf.

Der oikaga (Rahmen, Korbgeflecht) variiert ebenso; in alten Zeiten wurde er ohne Stab getragen. Erfunden wurde der horo angeblich von Hatakeyama Masanaga in der Onin-Zeit (1467 bis 1468).



© Bernd Biege 2007